Der Testphasen-Fahrplan: MyHeritage und Ancestry kostenlos testen, richtig nutzen und rechtzeitig kündigen

Zuletzt aktualisiert: · 9 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Eine kostenlose Testphase lohnt sich vor allem dann, wenn Sie gut vorbereitet starten: mit den Daten von drei Generationen und einem Kündigungstermin im Kalender. Nutzen Sie die Zeit gezielt für Eltern, Großeltern und Herkunftsorte, sichern Sie Ihren Stammbaum am Ende als GEDCOM-Datei und kündigen Sie spätestens zwei Tage vor Ablauf, wenn Sie nicht bleiben möchten. Ohne Kündigung verlängert sich das Abo in der Regel automatisch und kostenpflichtig.
MyHeritage und Ancestry werben mit kostenlosen Testphasen. Das ist eine gute Gelegenheit, die großen Datenbanken kennenzulernen, ohne gleich ein Jahresabo abzuschließen. Gleichzeitig ist es eine Falle für alle, die die Frist vergessen: Am Ende der Testphase wird meist automatisch ein kostenpflichtiges Abo daraus. Dieser Fahrplan zeigt Ihnen, wie Sie die Wochen gut nutzen und am Ende ruhig entscheiden – bleiben oder kündigen.
Vor dem Start: Was Sie vorbereiten sollten
Die Testphase beginnt in dem Moment, in dem Sie sie abschließen – nicht, wenn Sie das erste Mal richtig suchen. Wer erst nach dem Anmelden die Familienunterlagen zusammensucht, verliert wertvolle Tage. Bereiten Sie deshalb ein paar Dinge vor, bevor Sie auf den Knopf drücken.
Ihre Vorbereitung
- Namen, Geburts- und Sterbedaten sowie Orte von Ihnen, Ihren Eltern und Großeltern notieren – so weit bekannt
- Geburtsnamen der Frauen notieren, denn ohne sie kommen Sie in den Datenbanken kaum weiter
- Herkunftsorte mit altem deutschen Namen und, falls bekannt, heutigem polnischen, russischen oder litauischen Namen aufschreiben
- Fotos von Stammbuch, Ahnenpass, Urkunden und Briefen machen oder einscannen
- Einen kostenlosen Stammbaum beim Anbieter vorab anlegen und die bekannten Personen eintragen
- Das Enddatum der Testphase ausrechnen und zwei Tage vorher eine Erinnerung im Kalender oder Telefon eintragen
Der kostenlose Stammbaum ist ein wichtiger Trick: Sowohl MyHeritage als auch Ancestry bieten laut eigenen Angaben einen kostenlosen Online-Stammbaum an, bei MyHeritage mit einer Personengrenze. Wenn Sie ihn schon vor der Testphase anlegen, beginnt die Suche nach Hinweisen sofort, und Sie nutzen die bezahlten Funktionen vom ersten Tag an.
Der Fahrplan: Was Sie in welcher Woche suchen
Ob Ihre Testphase 14 Tage oder einen Monat dauert: Teilen Sie die Zeit in Abschnitte mit einem klaren Ziel. So vermeiden Sie, sich in tausenden Treffern zu verlieren. Bei 14 Tagen fassen Sie jeweils zwei Abschnitte zusammen.
Ihr Fahrplan für die Testphase
Vorher
Vorbereiten
- · Daten von 3 Generationen notieren
- · Kündigungsdatum in den Kalender
- · Stammbaum vorab kostenlos anlegen
Woche 1
Eltern & Großeltern
- · Stammbaum vervollständigen
- · Datensätze und Hinweise prüfen
- · Funde mit Quelle notieren
Woche 2
Herkunftsorte
- · Gezielt nach Orten suchen
- · Ostgebiete: alte Ortsnamen nutzen
- · Kirchenbuch-Hinweise sammeln
Woche 3
Treffer & Kontakte
- · Fremde Stammbäume kritisch prüfen
- · Verwandte anschreiben
- · Dokumente speichern
Woche 4
Sichern & entscheiden
- · GEDCOM-Datei exportieren
- · Bleiben oder kündigen?
- · Spätestens 2 Tage vor Ablauf kündigen
Woche 1: Eltern und Großeltern
Beginnen Sie bei dem, was Sie schon wissen. Prüfen Sie die automatischen Hinweise, die die Plattform zu Ihren Eltern und Großeltern findet: Einträge aus Registern, Adressbüchern, Passagierlisten oder anderen Stammbäumen. Übernehmen Sie nur, was zu Ihren Unterlagen passt, und notieren Sie bei jedem Fund die Quelle.
Woche 2: Herkunftsorte
Suchen Sie jetzt gezielt nach Orten. Bei Vorfahren aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern oder anderen früheren Ostgebieten hilft es, den alten deutschen Ortsnamen und das zuständige Kirchspiel zu kennen. Viele Orte wurden nach 1945 umbenannt. Nutzen Sie beide Namen in der Suche und notieren Sie, welche Kirchenbücher es für den Ort gibt.
Woche 3: Treffer prüfen und Kontakte knüpfen
Fremde Stammbäume sind eine große Hilfe, aber auch eine Fehlerquelle. Übernehmen Sie keine Daten ungeprüft. Wenn ein Stammbaum Ihre Familie zu enthalten scheint, schreiben Sie dem Ersteller eine freundliche Nachricht. Oft entstehen so wertvolle Kontakte zu entfernten Verwandten.
Woche 4: Sichern und entscheiden
In der letzten Woche suchen Sie nichts Neues mehr. Speichern Sie wichtige Dokumente, exportieren Sie Ihren Stammbaum und entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie bleiben möchten.
Stammbaum sichern: die GEDCOM-Datei
GEDCOM ist ein Dateiformat für Stammbäume, das fast alle Programme und Plattformen lesen können. Mit einer GEDCOM-Datei nehmen Sie Ihre Arbeit mit, egal, ob Sie das Abo behalten. Sie können sie später in ein kostenloses Programm wie Ahnenblatt laden oder bei einem anderen Anbieter wieder hochladen.
- Bei MyHeritage finden Sie den Export laut Anbieter in der Stammbaumverwaltung unter „GEDCOM exportieren“.
- Bei Ancestry gibt es die Funktion in den Stammbaumeinstellungen unter „Stammbaum exportieren“.
- Die Bezeichnungen können sich ändern. Suchen Sie im Hilfebereich des Anbieters nach „GEDCOM“.
Denken Sie beim Sichern an den Datenschutz: In Ihrem Stammbaum stehen auch lebende Verwandte. Geben Sie die Datei nur an Menschen weiter, denen Sie vertrauen, und fragen Sie Ihre Angehörigen, bevor Sie ihre Daten öffentlich sichtbar machen.
Automatische Verlängerung und Kündigungsfrist
Bei beiden Anbietern geht die Testphase laut Vertragsbedingungen in ein kostenpflichtiges Abo über, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Das ist rechtlich zulässig, wenn es vorher klar mitgeteilt wurde. Für Sie heißt das: Die Kündigung muss vor Ablauf der Testphase erfolgen.
So kündigen Sie sicher
- Spätestens zwei Tage vor Ende der Testphase kündigen, nicht am letzten Tag
- In den Kontoeinstellungen die Option zur Kündigung oder zum Abschalten der automatischen Verlängerung suchen
- Die Bestätigung per E-Mail aufbewahren oder ein Bildschirmfoto machen
- Prüfen, ob der Zugang bis zum Ende der Testphase erhalten bleibt – das ist bei vielen Anbietern so
Wurde trotzdem abgebucht, wenden Sie sich zuerst an den Kundendienst des Anbieters. Bei Fragen zu Ihren Rechten als Verbraucher hilft Ihnen die Verbraucherzentrale weiter. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
| MyHeritage | Ancestry | |
|---|---|---|
| Typische Testphase | 14 Tage | 14 Tage |
| Danach | Jahresabo, automatisch | Monats- oder Halbjahresabo, automatisch |
| Kostenloser Stammbaum | ja, mit Personengrenze | ja |
| GEDCOM-Export | ja | ja |
Bleiben oder kündigen? Eine Entscheidungshilfe
Ein Abo lohnt sich, wenn es Ihnen regelmäßig neue, belegbare Informationen liefert. Es lohnt sich nicht, wenn Sie vor allem in fremden Stammbäumen blättern oder nur wenig Zeit haben. Stellen Sie sich am Ende der Testphase diese Fragen.
Dafür spricht
- + Sie haben mehrere echte Funde mit Quelle gemacht
- + Es gibt noch offene Spuren, die Sie in den nächsten Monaten verfolgen möchten
- + Sie haben über die Plattform Kontakt zu Verwandten bekommen
Dagegen spricht
- – Die Treffer stammen fast nur aus ungeprüften Stammbäumen
- – Ihre Vorfahren kommen aus Gegenden, für die es kaum Datensätze gibt
- – Kirchenbücher bei Archion, FamilySearch oder Matricula helfen Ihnen mehr
Kündigen ist kein Verlust: Mit der gesicherten GEDCOM-Datei und dem kostenlosen Stammbaum arbeiten Sie weiter und können später gezielt für ein paar Monate zurückkehren. Was ein Jahr Familienforschung insgesamt kostet, rechnen Sie mit unserem Planer aus.
Abo, Urkunden und Archivbesuche zusammenrechnen: Zum Kosten-Planer Ahnenforschung
Welcher Anbieter passt zu Ihren Vorfahren? MyHeritage oder Ancestry im Vergleich
MyHeritage
- Oberfläche komplett auf Deutsch
- Viele Stammbäume aus Europa
- Kostenloser Stammbaum mit Personengrenze
- Nach der Testphase meist automatisch ein Jahresabo
Preisrahmen: Abo laut Anbieter etwa 130–300 € im Jahr, Stand prüfen
Zur WebsiteAncestry
- Große Sammlung zu Auswanderern
- Große DNA-Datenbank
- Kostenloser Stammbaum
- Für deutsche Kirchenbücher weniger Bestände als spezialisierte Archive
Preisrahmen: Abo laut Anbieter etwa 150–400 € im Jahr, Stand prüfen
Zur WebsiteHäufige Fragen
Kann ich die Testphase mehrmals nutzen?
In der Regel nicht mit demselben Konto. Die Anbieter erlauben die kostenlose Testphase meist nur einmal pro Person. Planen Sie die Zeit deshalb gut.
Verliere ich nach der Kündigung meinen Stammbaum?
Der kostenlose Stammbaum bleibt laut Anbietern erhalten, bei MyHeritage aber mit einer Personengrenze. Bezahlte Funktionen wie Datensätze und manche Hinweise sind dann nicht mehr nutzbar. Sichern Sie deshalb vorher eine GEDCOM-Datei.
Wann genau muss ich kündigen?
Vor dem Ende der Testphase. Das genaue Datum steht in Ihrer Bestätigungs-E-Mail oder im Konto. Kündigen Sie zur Sicherheit zwei Tage vorher.
Was mache ich, wenn trotzdem abgebucht wurde?
Schreiben Sie zuerst dem Kundendienst des Anbieters und schildern Sie den Fall sachlich. Bei Fragen zu Ihren Rechten hilft die Verbraucherzentrale.
Lohnt sich die Testphase auch für Vorfahren aus den früheren Ostgebieten?
Oft ja, um Stammbäume anderer Familien und Hinweise auf Orte zu finden. Viele Kirchenbücher aus diesen Regionen liegen aber bei Archion, Matricula oder FamilySearch. Prüfen Sie vorher, welche Bestände es für Ihren Ort gibt.
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