MyHeritage kostenlos nutzen: Was geht ohne Abo?

Zuletzt aktualisiert: · 8 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Mit dem kostenlosen Basis-Konto legen Sie bei MyHeritage laut Anbieter einen Online-Stammbaum mit bis zu 250 Personen an, laden Fotos hoch und sehen, dass es Treffer gibt. Die Inhalte vieler Treffer und die Suche in historischen Dokumenten sind aber gesperrt. Zusammen mit kostenlosen Quellen wie FamilySearch und Matricula kommen Sie trotzdem erstaunlich weit – ganz ohne Abo.
Viele Menschen melden sich bei MyHeritage an, weil sie gehört haben, dass man dort kostenlos einen Stammbaum anlegen kann. Das stimmt. Nach kurzer Zeit erscheinen aber Hinweise, Schlösser und Angebote. Was ist also wirklich kostenlos, und wo beginnt das Abo? Dieser Artikel zeigt, was das Basis-Konto bietet, wo die Grenzen liegen und wie Sie es klug mit anderen kostenlosen Quellen verbinden.
Was das kostenlose Basis-Konto bietet
Für das Basis-Konto brauchen Sie laut Anbieter nur eine E-Mail-Adresse und ein Passwort, aber keine Zahlungsdaten. Damit können Sie einen Stammbaum online anlegen, ihn am Computer oder in der App bearbeiten und mit Familienmitgliedern teilen.
Kostenlos enthalten (laut Anbieter, Stand prüfen)
- Ein Online-Stammbaum mit bis zu 250 Personen
- Fotos und Dokumente zu Personen hochladen
- Familienmitglieder zum Mitarbeiten einladen
- Hinweise auf Treffer in anderen Stammbäumen und Dokumenten sehen
- Stammbaum als GEDCOM-Datei hochladen und herunterladen
- Das kostenlose Programm Family Tree Builder für Windows nutzen
Die Grenze von 250 Personen klingt zunächst knapp. Für einen Einstieg reicht sie aber oft: Sie, Ihre Geschwister, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und deren Kinder ergeben zusammen meist deutlich weniger. Wer allerdings alle Seitenlinien mit Cousins und Cousinen erfasst, stößt irgendwann an die Grenze.
Was ohne Abo gesperrt ist
MyHeritage zeigt Ihnen auch im kostenlosen Konto, dass es Treffer gibt. Den Inhalt sehen Sie aber oft erst mit einem Abo. Das ist der Punkt, an dem viele ein Abo abschließen – manchmal vorschnell.
| Funktion | Basis (kostenlos) | mit Abo |
|---|---|---|
| Personen im Stammbaum | bis 250 | mehr bzw. unbegrenzt |
| Smart Matches (andere Stammbäume) | teilweise sichtbar | vollständig |
| Record Matches (Dokumente) | nur Hinweis | Inhalt sichtbar (Komplett) |
| Suche in historischen Datensätzen | nur Vorschau | ja (Komplett) |
| Nachrichten an andere Nutzer | eingeschränkt | ja |
| Erweiterte Fotofunktionen | wenige Versuche | mehr bzw. unbegrenzt |
Kostenlos weiterforschen: FamilySearch und Matricula
Der kostenlose Stammbaum bei MyHeritage ist ein guter Ort, um Ihre Familie übersichtlich zu ordnen. Die Quellen dafür finden Sie oft an anderer Stelle – und zwar ebenfalls kostenlos.
FamilySearch
FamilySearch ist eine gemeinnützige Plattform mit vielen verfilmten Kirchenbüchern und Registern, auch aus Deutschland und den früheren Ostgebieten. Sie brauchen ein kostenloses Konto. Manche Bilder sind laut Anbieter nur in Partnerbibliotheken oder Forschungsstellen einsehbar.
Matricula
Matricula zeigt vor allem katholische Kirchenbücher aus Deutschland, Österreich, Polen und weiteren Ländern – kostenlos und ohne Anmeldung. Die Bücher sind nicht nach Namen durchsuchbar. Sie blättern Seite für Seite, wie im echten Buch. Dafür brauchen Sie Ort, Pfarrei und ungefähres Jahr.
FamilySearch
- Vollständig kostenlos
- Viele verfilmte deutsche Kirchenbücher
- Auf Deutsch nutzbar
- Manche Bilder nur in Partnerbibliotheken einsehbar
Preisrahmen: kostenlos laut Anbieter
Zur WebsiteMatricula
- Kostenlos und ohne Anmeldung
- Viele katholische Kirchenbücher
- Auch Bistümer in Polen
- Keine Namenssuche, Blättern Seite für Seite
Preisrahmen: kostenlos laut Anbieter
Zur WebsiteSo gehen Sie Schritt für Schritt vor
- Basis-Konto anlegen und die Ihnen bekannten Personen eintragen
- Lebende Personen nur mit Einverständnis eintragen und privat halten
- Treffer-Vorschauen lesen und notieren, welche Quelle genannt wird
- Diese Quelle bei FamilySearch, Matricula oder Archion suchen
- Funde mit Quellenangabe im Stammbaum ergänzen
- Erst wenn Sie konkret nicht weiterkommen, eine Testphase gezielt nutzen
Wenn Sie an die Grenze von 250 Personen stoßen, haben Sie mehrere Möglichkeiten: ein kleineres Abo für den Stammbaum, eine GEDCOM-Datei für ein kostenloses Programm wie Ahnenblatt oder Family Tree Builder, oder Sie konzentrieren den Online-Stammbaum auf Ihre direkte Linie.
Wann sich ein Abo lohnt und welches: MyHeritage Kosten im Vergleich
Eine Testphase gut planen: Zum Testphasen-Fahrplan
Was kostet es, wenn Sie doch zahlen? Zum Kosten-Planer
Datenschutz auch im kostenlosen Konto
Auch ohne Abo speichert MyHeritage alles, was Sie eintragen. Das betrifft nicht nur Sie, sondern auch Ihre Angehörigen. Gehen Sie deshalb sorgsam mit Daten lebender Personen um: Fragen Sie vorher, und stellen Sie in den Einstellungen sicher, dass lebende Personen nicht öffentlich sichtbar sind.
Schmerzhafte Familiengeschichten – etwa von Flucht, Vertreibung oder Verlust im Krieg – gehören manchmal in den Stammbaum, aber nicht unbedingt in einen öffentlich sichtbaren. Überlegen Sie, was Sie teilen möchten, und sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber.
Die 250-Personen-Grenze klug nutzen
Wer viele Seitenlinien einträgt, erreicht die Grenze schneller als gedacht. Mit etwas Planung kommen Sie trotzdem lange ohne Abo aus. Entscheidend ist, dass Sie wissen, wofür Sie den Online-Stammbaum nutzen möchten: zum Ordnen, zum Teilen mit der Familie oder um Treffer zu finden.
- Konzentrieren Sie den Online-Stammbaum auf Ihre direkten Vorfahren und deren Geschwister. Diese Personen bringen die meisten Treffer.
- Führen Sie die vollständige Familie mit allen Seitenlinien zusätzlich in einem Programm auf Ihrem Computer, zum Beispiel Ahnenblatt oder Family Tree Builder.
- Legen Sie keine doppelten Personen an. Prüfen Sie vor dem Eintragen, ob jemand schon vorhanden ist.
- Tragen Sie unsichere Personen erst ein, wenn Sie eine Quelle haben. Das spart Platz und vermeidet Fehler.
Ein Programm auf dem eigenen Computer hat einen weiteren Vorteil: Ihre Daten liegen bei Ihnen. Sie entscheiden, was online sichtbar ist und was nicht. Über eine GEDCOM-Datei können Sie den Stand jederzeit zwischen Programm und Online-Stammbaum abgleichen.
Was die Hinweise wirklich wert sind
MyHeritage zeigt auch im Basis-Konto viele Hinweise an. Nicht jeder davon ist richtig. Gerade bei häufigen Namen wie Müller, Schulz oder Krause gibt es viele zufällige Übereinstimmungen. Prüfen Sie Geburtsjahr, Ort und Eltern, bevor Sie einen Hinweis übernehmen. Ein falscher Vorfahre im Stammbaum zieht oft weitere Fehler nach sich, die später mühsam wieder entfernt werden müssen.
Ein guter Weg ist, Hinweise zunächst nur zu notieren und erst nach einer Bestätigung durch eine zweite Quelle zu übernehmen. So bleibt Ihr Stammbaum verlässlich, auch wenn Sie ihn später an Kinder und Enkel weitergeben.
Noch ein praktischer Rat: Legen Sie sich für Ihre Forschung ein einfaches Notizheft oder eine Tabelle an. Schreiben Sie dort zu jeder Person auf, welche Quelle Sie schon geprüft haben und welche noch offen ist, zum Beispiel „Taufe 1878 in Matricula gesucht, nicht gefunden, Nachbarpfarrei prüfen“. So behalten Sie den Überblick, auch wenn Sie wochenlang Pause machen. Gerade bei der kostenlosen Arbeit mit mehreren Portalen ist das hilfreich, weil Sie sonst leicht dieselben Bücher zweimal durchsehen. Wenn Sie später doch eine Testphase nutzen, wissen Sie dank dieser Notizen genau, wonach Sie suchen möchten, und holen das Meiste aus den kostenlosen Tagen heraus.
Häufige Fragen
Ist das Basis-Konto wirklich dauerhaft kostenlos?
Laut Anbieter ja, solange Sie kein Abo abschließen. Es werden keine Zahlungsdaten verlangt. Stand prüfen.
Was passiert, wenn ich mehr als 250 Personen eintrage?
Laut Anbieter können Sie dann ohne Abo keine weiteren Personen hinzufügen. Ihre bisherigen Einträge bleiben erhalten.
Kann ich meinen Stammbaum kostenlos herunterladen?
Ja, als GEDCOM-Datei. Diese können Sie in andere Programme laden oder als Sicherung aufbewahren.
Sind FamilySearch und Matricula wirklich kostenlos?
Ja, beide sind laut Anbietern kostenlos. Für FamilySearch brauchen Sie ein Konto, Matricula funktioniert ohne Anmeldung.
Werde ich ohne Abo mit Werbung überhäuft?
Sie sehen im Basis-Konto regelmäßig Hinweise auf Abos und Angebote. Sie müssen darauf nicht eingehen und können die E-Mail-Benachrichtigungen in den Einstellungen einschränken.
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